Nach einem Pausentag machen wir uns heute wieder auf die Beine und nehmen wieder den Küstenwanderweg Richtung Innenstadt. Die Sonne hat sich inzwischen hinter einer Wolkendecke versteckt, aber noch ist es trocken.




Der Reiher sieht ein wenig maulig und übellaunig aus, aber wir lassen uns nicht anstecken. Hinter dem Playa de Postiguet sind nur wenige Häuserreihen, bis es steil zum Monte Benacantil aufwärts geht. Die letzte Häuserreihe ist umstritten, denn einerseits ist es hier wunderschön, und es wirkt wie eine eingeschworene Gemeinschaft von Nachbarn. Andererseits ist der Hang instabil, und die Häuser sind in Gefahr, bei einem Hangrutsch verschüttet zu werden. Schwierig, ich hoffe, dass man hier etwas mit Hangbefestigung und Schutzmauern tun kann, es wäre schade, wenn das abgerissen werden müsste.




Von hier führt ein Weg den Berg hinauf, die Aussicht auf das zwischen die felsigen Hügel gezwängte Alicante wird immer besser.




Auf dem Gipfel liegt das Castillo de Santa Bárbara, das seit über 1200 Jahren die Stadt beschützt. Von hier hat man eine schöne Aussicht über die Stadt, den Hafen, die Bucht, und man sieht sogar bis zu der 20 km entfernten Insel Tabarca. Die Insel ist lustig, keine 2 km lang, und die Ortschaft sogar nur 200 auf 400 Meter. Aktuell leben nur noch um die 50 Menschen dort, vor 100 Jahren war das ein Thunfisch-Fischer-Paradies. 1200 Menschen lebten kurzzeitig auf dem Inselchen, was eine Bevölkerungsdichte wie heute im Stadtzentrum von Großstädten ergibt – nur ohne Hochhäuser. Das muss ein ganz schönes Chaos gewesen sein!





Die Plattform "Mar del Enol" im Hafen ist interessant, sie ist eine sogenannte Jack-Up Platform. Die Streben an der Plattform können nach unten gefahren werden, um sie am Meeresgrund zu befestigen. In der Mitte befindet sich ein Kran, und da die Enol dann extrem stabil ist, kann von dort dann ein Windrad relativ einfach am Meeresboden aufgestellt werden.
Wir laufen runter in die Innenstadt, und erfreuen uns an der schönen Vegetation hier. Besonders die massiven Feigenbäume, von denen hier in der Stadt etwa zwei Dutzend stehen, sind sehr beeindruckend. Nur die Pilze sehen ein wenig unecht aus.





Wir haben die Tage hier sehr genossen, es ist ein Privileg, einfach mal so in die Wärme fahren zu können!
Am nächsten Morgen geht es wieder zurück nach Hause, eine Regenfront nach der anderen kommt uns entgegen, der Scheibenwischer hat ordentlich zu arbeiten. Nur noch ein paar Monate durchhalten, dann ist wieder Sommer, und das Frieren hat ein Ende!
