Auf diesen Urlaub freue ich mich jetzt bereits seit dem letzten Mal, als ich vor zwei Jahren hier war (siehe Los Caminantes). Damals bin ich mit einem alten Freund, begleitet von meinen Eltern, von Cádiz nach Tarifa (und noch ein kleines Stück weiter) gelaufen. Eine tolle Strecke, aber im Februar noch ein wenig feucht. Jetzt, Mitte April, ist das Wetter deutlich stabiler.
Viel zu früh am Morgen machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof Atocha, von wo uns der Zug geschwind nach Sevilla bringt. Hier erwartet uns mein Vater bereits, und mit dem Auto geht es direkt weiter nach Cádiz. Die Fahrt in die Stadt hinein ist immer wieder beeindruckend, über die hohe Brücke geht es über das Meer auf die (Fast-)Insel, auf der die über 3000 Jahre alte Stadt eingezwängt ist.





Nur 4,4 km2 ist die Stadt mit über 100.000 Einwohnern groß, jeder verfügbare Quadratmeter wird genutzt. Wir parken am äußersten Ende und kehren erst mal zum Mittagessen ein. Eine liebe Kollegin hat mir verraten, wo man lecker isst, und mein Arroz negro (Reisgericht ähnlich Paella, aber mit Tintenfischsaft schwarz gefärbt) enttäuscht nicht.
Nach der Stärkung geht es am Strand entlang; mein Vater dreht irgendwann um und geht die Stadt erkunden. Wir laufen mal unten am Strand, mal oben auf der Promenade entlang, und genießen die Sonne und beobachten die vielen Leute, die ebenfalls in Frühlingsstimmung sind. Einige sind mutig und springen ins Wasser. Bei 16 Grad Wassertemperatur ist das allerdings nichts für mich.




Am Ende der Insel geht es über einen Tombolo weiter – das Wort lerne ich auch erst heute: eine Verbindung einer Insel zum Festland über einen Sandstreifen. Hier ist dieser Streifen 2,5 km lang und nur etwa 200 m breit. Ein Teil ist Strand, dann kommt die Autobahn und die Zugverbindung, danach ist schon wieder die Bucht. Der Wind bläst hier heftig vom Meer kommend, und so werden wir hinter den Dünen regelmäßig in Sandstaub gehüllt.



Kurz vor dem Ende des Tombolo hört die Seitenstraße / der Strandparkplatz auf, und es geht über einen Holzbohlenweg weiter. Also, in der Theorie. In der Praxis ist dieser von der Düne aufgegessen worden und noch nicht wieder vom Sand befreit. Die Alternativroute ist an der Autobahn entlang, das möchten wir uns nicht antun. Also rufen wir meinen Vater an, der uns aufgabelt. Gemeinsam fahren wir nach Conil de la Frontera, wo wir ein Hotel vorgebucht hatten, und gönnen uns als Erstes einen Drink im Chiringuito (spanisch für Strandbar). Aber innen drinnen, denn der Wind bläst auch hier kräftig.

Für den ersten Tag aufgrund Anreise keine weite Strecke – nur 11 Kilometer. Aber wir hatten auch ausgemacht, dass wir diesmal nicht einen Wettkampf daraus machen, sondern die Strecke genießen wollen. Und das haben wir auf jeden Fall!
