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Rund um die alte Kuhweide

Nördlich von uns ist die "Sierra de la Cabrera", also das Gebirge der Ziegenhüterin. Dort gibt es aber nicht nur Ziegen, sondern auch andere Nutztiere: Das größte der Dörfer hier heißt Bustarviejo, zu Deutsch eben "alte Kuhweide".

Letztes Wochenende war ich auch schon hier, auf der Nordseite in der Sierra de la Cabrera. Das war schon grenzwertig, ich bin erst um 11 Uhr los. Da war es schon ziemlich warm, und bei über 30 Grad ohne Schatten bin ich nach vier Kilometern wieder umgedreht und zurückgelaufen.

Trotz der sommerlichen Temperaturen ist es noch schön bunt, nicht nur im Ort, auch außerhalb gibt es noch Farbtupfer.

Mein Startpunkt ist der Ort Valdemanco, hier waren wir schon einmal letztes Jahr. Die Bahnlinie durch den Ort ist leider nicht mehr in Betrieb. 30 Kilometer weiter nördlich führt sie durch einen Tunnel durch die Guadarrama, und dieser Tunnel ist 2011 durch mangelnde Wartung eingestürzt. Anstatt die Bahnstrecke wieder zu eröffnen, streiten die Zentralregierung und die Regierung der Region Madrid seitdem um die Verantwortlichkeit. Die nötigen Kosten von ca. 70 Mio. € kann man vermutlich noch deutlich aufstocken, weil die Gleise inzwischen mit Bäumchen und Büschen zuwachsen. Wenigstens verfällt der Bahnhof in Bustarviejo nicht, da sind heute ein Jugendzentrum und ein kleines Museum untergebracht.

Als ich endlich einen Baum mit ein bisschen Schatten finde, lasse ich die Drohne noch eine Runde raus, und dann schwimme ich in meinem Schweiß wieder zurück in den Ort.

Heute, wieder zu zweit, wollten wir eigentlich ein wenig weiter westlich auf den Najarra steigen. Aber ich verpasse die Ausfahrt, und als wir hinter Bustarviejo einen Wanderparkplatz finden, halten wir einfach hier.

Diesmal waren wir schlauer. Zwar sind wir nicht wie geplant um 8 Uhr los, sondern erst um 9; aber es ist noch kühl genug, um den kleinen Berg in Angriff zu nehmen. Kurz nach dem Parkplatz sehen wir, warum hier die Kuhweiden sind: Es gibt mehrere Quellen für Tränken – eine hier und, wo wir am Mittag wieder herunterkommen, eine zweite.

Nachdem es ein paar Kilometer unten am Hügel entlanggeht, biegt der Weg dann nach rechts ab und windet sich aufwärts. Über Geröll und sandigen Boden geht es hoch, und bald blickt man über das Dorf.

Richtung Madrid ziehen Regenwolken durch, das sieht toll aus. Ein Ausläufer wird uns später treffen, und wir bekommen auch dreieinhalb Tropfen ab.

Leider ist meine Kamera inzwischen nicht mehr nutzbar, und so habe ich nur krisselige Bilder von Handy und Drohne.

Die Berge hier haben oben sehr spektakuläre Steinformationen, und wir stehen genau auf der Grenze zwischen Regen und wunderschönem Sommerwetter. Oben auf dem Grat zwischen dem Cerro el Pendón und dem Cabeza Arcón ("Flaggenhöhe" und "Großer Bogenkopf") machen wir im Schatten Rast und genießen die wunderschöne Aussicht.

Nach dem Arcón geht es dann die knapp 300 Meter wieder herab, aber statt in Serpentinen fast senkrecht. Die durch den Sand extrem rutschigen Steine erzwingen immer wieder Umwege neben dem Weg, und wir sind froh, als wir wieder unten ankommen. Rauf ist halt immer viel schöner als runter – dafür ist auf halbem Weg ein kugelköpfiger Lauch zu sehen, der gerade die Knospen öffnet.

Zum Abschluss noch ein Flug um den "El Pendón", während wir uns in den Pool flüchten.

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