Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Eastward ho!

Wir campen bereits am Yanga River, und brechen bereits früh auf zum Yanga Lake. Hier gibt es eine Beobachtungsplattform, von der aus man die hiesige reichhaltige Vogelwelt schießen kann. Mit der Kamera natürlich.

Tatsächlich ist die Aussicht in der Theorie nicht schlecht. In der Praxis hat der Wind noch an Fahrt aufgenommen, und entreißt den ausgetrockneten, bereits umgepflügten Feldern die obere Schicht. Alles ist graubraun, die Sonne kommt nicht raus, und nach wenigen Minuten spürt man den Sand in den Augenwinkeln.

Yanga Lake

Sogar mit Pelikan

Aber ohne Sicht

Somit geht es weiter, Frühstück wollen wir an dem nächsten Rastplatz machen. Doch kaum öffnet man die Wagentür, hat man bestimmt 50 Fliegen um sich herum. An Essen im Freien ist nicht zu denken, und so futtern wir Reste während der Fahrt.

Etwa 20km nach Balranald kommt die Sonne zum Vorschein – hier ist die Natur noch unangetastet, und alles ist flach bebuscht – der Boden erodiert hier nicht durch den Wind. Flach ist das richtige Stichwort – der höchste Hügel für die nächsten drei Orte ist sicher keine 2m hoch. Und drei Orte heißt hier fast 300km.

Der nächste Ort nach Balranald ist Hay, und die Entfernung ist etwa 130km. Ohne Erdkrümmung (Ja, die gibt es, liebe Flatearthler!) könnte man vermutlich dort hin sehen, außer ab und zu ein paar Bäumen behindert nichts die Sicht auf den absolut geraden Horizont. Kurz vor Hay wird es wieder bewirtschafteter, und prompt begrenzen wieder Sandwolken die Sicht. Und Kühe die Fahrt.

Kurze Verzögerung durch Kuhquerung

Die Sicht ist stellenweise getrübt

Weiter Richtung Osten kommen dann gelegentlich auch Hügel dazu, und es wird immer grüner, die Abstände zwischen den Orten schrumpfen, die Felder nehmen zu, und somit der Staub. Wir fahren aus zwei Gründen einfach immer weiter: Erst die einförmige, flache Landschaft, die nichts Spannendes zu bieten hat, außer mehr Fliegen als Sandkörner. Und später der Sandgehalt in der Luft, der für Augen und Lunge nicht förderlich ist.

Der Wind wird immer kräftiger – Hamburger würden bereits sagen, es wehe eine sanfte Brise – und er fühlt sich an wie ein Föhn. 37 Grad hat es, und die Pausen außerhalb des klimatisierten Fahrgastraums sind angenehm. Die Hörner an meiner Stirn beginnen zu wachsen, und teuflisches Lachen entfleucht meinen Lungen!

Wenn keine Felder sind, dann wächst inzwischen goldgelbes Präriegras, und das vermehrt sich wie Tumbleweed – im Herbst löst sich die Spitze, wird vom Wind weiter getrieben, und wächst an einer neuen Stelle wieder an. Überall sieht man die sternförmigen Grassamen fliegen, und an manchen Stellen konzentrieren sie sich. Das sieht schon toll aus, wenn ein 50cm hoher, mehrere Meter breiter Fluss aus Grassamen über die Strasse fließt!

Gras quert die Strasse

Rosa Wolken werden zu brauner Wand

Nach über 600km Fahrt stetig ostwärts machen wir in Blaney halt. Morgen sind es dann noch 1-2h bis in die Blue Mountains, und es ist schon ziemlich hügelig. Ich bin ein wenig automüde nach den letzten Tagen, und hoffe in den Bergen kommen wir ein wenig zum Wandern!

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