Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Verano en la Ciudad

„Evite la zona“ – „Vermeide das Gebiet“ sagt das Schild auf der Autobahn nach Madrid rein. Es ist Sommer in der Stadt, und die Madrileños behaupten: „Hay solo dos temporadas aqui: Invierno y Inferno“. Es gibt nur zwei Jahreszeiten: Winter und Inferno.

Winter ist definitiv vorbei, aber Juni und Juli waren deutlich kälter als normal. Dafür kam diese Woche „Calima“, eine Windströmung aus Mali und Marokko. Die Calima trägt feinen Sand über einen weiten Bogen über die Kanaren und Azoren nach Spanien, und hier ist dann ein gelblich-grauer Nebel mit Gewitter. Und nicht nur Sahara-Sand, sondern auch Sahara-Luft. Bis zu 43 Grad hat es, wenn man aus dem klimatisierten Büro rauskommt läuft man gegen eine heiße Wand. Wenn am nächsten Tag die Sonne aufgeht, dann leuchten die Wolken besonders schön.

Übrigens soll man nicht Madrid vermeiden, sondern den Nordbogen der M-30, weil hier seit einigen Monaten Baustelle ist. Aber die Anzeige passt schon, denn die Stadt ist tatsächlich leer. Der Großteil der Bars hat Urlaub, viele Läden ebenfalls, und auf der großen Durchgangsstraße „Paseo de la Castellana“ ist am Wochenende manchmal wieder Fußgängerzone:

Aber nicht überall ist so betuliche Ruhe wie in den kleinen, für den Sommer mit Wimpeln und Tüchern geschmückten Gassen. Am Rastro drängeln sich die Massen durch die Marktstände, wir machen lieber einen Bogen, geimpft oder nicht, man muss es ja nicht herbeirufen…

Nicht nur ein der Stadt ist es heiß, wir sehen immer wieder Rauchsäulen aufsteigen. Es ist so trocken, dass eine Kleinigkeit genügt um einen Brand auszulösen.

Es ist Sommer in der Stadt, und wir genießen jede Sekunde.

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