Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Über den Wolken…

…na, wie geht es weiter? Genau, Reinhard Mey, 1974. Es geht um Sehnsucht, statt tristen Lebens Freiheit und Glück. Erstmal sieht es jedoch nicht so zum Träumen aus. Dieses Wochenende ist zwar nicht mehr verlängert wie die letzten beiden Feiertags-Wochenenden, aber es ist genau so nass und grau. Herbst halt, der Blick in den Kalender verrät: Es ist November.

Ich hatte mich mit einem Freund zum Wandern verabredet, und der Blick nach Draußen macht nach dem Aufstehen wenig Freude darauf. Dichter Nebel zieht am Fenster vorbei, Tropfen rollen die Scheibe herab. Aber es hilft ja nix, ich war gestern schon faul, heute muss ich raus!

In Hoffnung auf ein Ende der Wolken fahren wir durch den Nebel Richtung Berge zum Alto del León hinauf. Dort sind wir tatsächlich nur wenig Höhenmeter unter der Wolkengrenze, doch nach einem kurzen Ausflug zur Sonne geht der Weg erst mal wieder in die Wolken runter.

Ziemlich gruselig geht es durch den Wald, bis wir ziemlich plötzlich im Freien stehen. Ein Ausblick wie aus dem Flugzeug über eine dichte Watteschicht, die durch den Wind verwirbelt und verblasen wird, aber sich permanent neu bildet.

Höher und höher führt der Weg bis zum Gipfel des Cabeza Líjar auf 1823m, mehr als 300m über den Wolken. Immer wieder bleiben wir stehen und staunen, was sich unter uns so abspielt.

Hier oben könnte ich noch stundenlang bleiben, aber kalter Wind und der Hunger treiben uns wieder nach unten. Aber eine Zeitlang mussten wir schon bleiben und die Kameras anschalten. Wegen des zapfigen Windes musste die Handykamera fixiert werden. Sorry wegen der Umweltsünde, der Laden hatte keine Flaschen :-(.

Überhaupt bin ich froh, dass mein Handy auch eine Kamera hat – auf der „richtigen“ Kamera war ein Schmierer auf dem Objektiv – fast alle Bilder sind Müll. Dummer Anfängerfehler!

Neben den Zweibeinern und ihren an der Leine geführten Vierbeinern gab es übrigens auch einige Lebewesen mit mehr Beinen. Das Insekt mit dem langen Stachel war etwa daumengroß und es sind uns gleich zwei Exemplare davon buchstäblich über den Weg gelaufen.

Bin ich froh, dass wir uns aufgerafft haben die Wohnungen zu verlassen: über den Wolken ist die Freiheit vielleicht nicht grenzenlos, aber das war so viel toller als Netflix-Bingen auf dem Sofa!

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