Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Buitrago del Lozoya

Bei schönem Herbstwetter geht es die A-1 aus Madrid hinaus Richtung Norden. In Manjiròn wollen wir zum Stausee herunter wandern. Doch erneut verquatschen wir uns und vergessen unterwegs einzukaufen – und in dem winzigen Ort gibt es keinen Supermarkt.

Also fahren wir einen Abstecher nach Buitrago, dem nächstgelegenen Ort mit Supermarkt. Das Tolle in Spanien: Auf Sonntags haben die Läden auf, selbst hier auf dem Land! Buitrago hat aber nicht nur einen Laden, sondern auch eine beeindruckende Stadtmauer und Reste eines Alcazar/Castillo – seit dem 10 Jhdt erst von den Mauren erbaut, dann von den christlichen Barbaren erweitert.

Also kucken wir uns erst das an!

Diesmal putze ich die Kamera bevor wir losgehen, doch 2 Sachen erzeugen ein wenig negative Emotionen. Einerseits bricht die Halterung für den Schultergurt aus der Kamera, sodass sie jetzt ein Lüftungsloch unten hat und nicht mehr fixierbar ist. Das wäre noch zu verkraften, wenn das Bildproblem von letzter Woche nur ein Fettfleck gewesen wäre. Leider ist es jedoch stattdessen ein Riss in der äußersten Linse – komischerweise hinter dem Schutzglas! Wie das passieren kann ist mir schleierhaft…

Damit für mich in Summe leider Totalausfall meiner Zweitkamera, ein Freund will sie jedoch nochmal auf den OP-Tisch legen. Hoffentlich erfreut er sich danach an meiner Nikon Coolpix P900 weitere 5 Jahre – eine tolle Superzoom-Kamera, die mir gute Dienste geleistet hat! Somit auch heute wieder überwiegend Handy-Bilder.

Nachdem wir aufgrund des Gewusels in der Stadt coronabedingt flüchten, und es nun schon deutlich nach Mittag ist, beschließen wir statt der geplanten Wanderung lieber zu dem Aussichtspunkt auf der anderen Flußseite aufzusteigen.

Das war aber viel zu unsportlich, keine 30 Minuten, wir sind noch nicht mal richtig warm. Also gehen wir den Weg einfach weiter, schön durch den Wald oberhalb des Flusses. Nach einiger Zeit stoßen wir auf etwas, was auf Google Maps als „Palacio del bosque“ – Waldpalast – bezeichnet wird. Das war einmal ein schickes Schlösschen, erbaut 1601 von einem Adeligen. Heute ist das eine baufällige Ruine, aber der Glanz der damaligen Zeit lässt sich durchaus noch erahnen!

Hier drehen wir um, und kehren zum Mirador zurück, von dem man einen schönen Blick über die Stadt hat. Es gibt zum (selbst für spanische Verhältnisse) späten Mittagessen Baguette mit Jamón, Gurke, Tomaten und tolle Aussicht. Und als musikalische Begleitung ein Punk-Rock-Konzert, das in der Burg stattfindet und hier immer noch gut hörbar ist.

Ach ja, noch kurz ein Bild, das zeigt warum der kleine Kratzer ein Problem ist:

Sobald Sonne auf die Linse scheint leuchtet der Kratzer hell auf, schön nur ein klein wenig rechts der Bildmitte. ¡Joder! würde der Spanier fluchen…

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