Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Zu den Walhaien nach Cebu

Heute haben wir einen Ausflug auf die Nachbarinsel Cebu gebucht. Dort kann man in Oslob Walhaie beobachten, die dort mit Fütterung angelockt werden. Jetzt muss es aber klappen mit dem Schnorcheln!

Das Auto zur Fähre soll uns um 6 Uhr abholen, aber der Fahrer findet uns nicht. Und so latsche ich einen der Trampelpfade durch den Wald um zu sehen, was sich am anderen Ende verbirgt. Neben zwei kleinen Siedlungen mit jeweils einer Handvoll Häuser erwartet mich ein fetter Truthahn!

Gubbel-Gubbel

Schlußendlich geht es aber dann doch los, und wir werden nach Momo Beach gefahren. Einen Steg gibt es nicht, und so hält die Fähre 50m vor dem Ufer an, und wir werden mit einem Landungsboot dorthin gebracht.

Das Speedboat düst dann auch ganz flott mit fast 30km/h los, und die Berge von Bohol verschwinden im Dunst.

Richtig abenteuerlich wird dann der Ausstieg von der Fähre. Wieder ankern wir vor der Küste, dann springt ein Mann vom Ufer ins Meer und schwimmt mit einem um die Hüfte gebundenen Seil zum Schiff. Das Seil wird angeknotet, und dann wird das Landungsboot von Hand am Seil entlang zum Schiff gezogen.

Da nicht alle auf einmal ins Boot passen, muss der Bootsführer die Strecke drei Mal hin und her ziehen – das gibt Schwielen an den Händen!

An Land angekommen müssen wir jetzt noch 10km fahren. Dafür steht eine Flotte Motorradtaxen bereit – einfach 125er Mopeds mit einem Kasten außenrum.

In Oslob angekommen sind wir ein wenig abgeschreckt, hier ist es extrem touristisch, mehrere 100 Touristen wollen heute die Walhaie sehen.

Die Abfertigung ist chaotisch, und während wir noch versuchen zu verstehen, wie das alles funktioniert kommt eine Lautsprecher­durchsage, dass aufgrund der hohen Brandung keine weiteren Fahrten mehr gemacht werden – und somit ist die letzte Chance beim Schnorcheln etwas Spannendes zu sehen perdu. Schade!

Ob es allerdings bei dem Andrang entspannt gewesen wäre?

Die Entscheidung abzubrechen war richtig, ich beobachte das Treiben eine Zeit lang, und sehe, wie eine Touristin unglücklich aussteigt und zwischen den Auslegern von zwei Booten eingeklemmt wird – das sah schmerzhaft aus!

Also essen wir nur zu Mittag, und dann geht die Fahrt mit dem Taxi wieder zurück Richtung Boot. Diesmal sitze ich auf dem nach hinten schauenden Sitz, und kann mir ausgiebig überlegen, was mir wohl bei einem Auffahrunfall passieren würde.

Die Straße ist spannend, es geht an der steilen Küste entlang mit vielen Kurven. Bergauf schnaufen die Bikes ganz ordentlich, und zwar nicht nur das, in dem ich sitze!

Man beachte das Schild: „YAW SIHT“

Wieder beim Schiff angekommen sehen wir den Grund für die rasch größer werdenden Wellen: Ein Unwetter zieht heran.

Das Umsteigen vom Landungsboot in das größere Boot wird anstrengender, und geht auch bei mir nicht ganz ohne kleine Blessuren ab.

Als alle an Bord sind, müssen wir noch über eine halbe Stunde auf das OK der Küstenwache warten. Währenddessen schaukelt es schon gut, und die ersten Passagiere werden grünlich um die Nase. Eine Amerikanerin streitet mit der Crew, weil sie schon die Walhaie nicht sehen konnte, und jetzt muss sie auch noch warten! Unverschämtheit, was fällt dem Wetter ein sich nicht um ihre Bedürfnisse zu scheren!

Ich bin ja glücklicherweise ziemlich seefest, und somit genieße ich die rumpelige Fahrt. Das geht dem Großteil der Passagiere nicht so, die Crew verteilt kleine Plastiktütchen von der Rolle. Bereits kurz nach Abfahrt können sie dann die erste Tüte gefüllt wieder einsammeln, und das bricht das Eis. Nach einer Stunde Fahrt hat bereits mindestens jeder Zweite sich übergeben.

2m hohe Wellen lassen das Boot ordentlich rollen.

Als dann eine Welle hinten ins Boot schwappt und langsam durch das Deck fließt, sind die Rettungswesten plötzlich sehr beliebt und fast jeder trägt eine.

Die 90-Minuten-Überfahrt zieht sich auf über drei Stunden, wenn der Kapitän wieder full speed fahren würde, dann würden auch die Letzten noch seekrank werden. Der Matrose, mit dem ich mich ein wenig unterhalte wird gegen Ende auch langsam nervös – „I am nearly out of bags!“

Irgendwann sind wir dann aber doch angekommen, und die lethargischen blassen Grüngesichter werden plötzlich sehr agil – komischerweise will Jeder als Erster vom Boot.

So haben wir zwar keine Walhaie gesehen, aber dafür ein Abenteuer gehabt, das manche mehr, manche weniger genossen haben.

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