Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Parque nacional de Cabañeros

Wir haben einen alten Freund zu Besuch, und wollen mit ihm ein wenig das lange Wochenende genießen. Es soll Richtung Südwesten gehen, über kleine Straßen mit viel Landschaft.

Im August ist ja das Problem beim Reisen immer die Hitze und die Sonne – es sei denn, es ist Besuch aus Deutschland da! Und so fahren wir durch Nieselregen und bei weit unter 30 Grad erst mal nach Toledo.

Der erste Boxenstopp in einer Bar ist primär windig, wir kucken zu wie rundum Schilder und alles andere nicht fest Vertäute umfällt. Durch die kleinen Straßen der Stadt geht es hoch und runter, die Stadt ist schon wirklich toll.

Das nächste Ziel sind die Barrancas de Burujón, aber wir wollen nicht erneut bei niedrigen Wolken und im Nieselregen hin.

Wir umfahren Toledo trotzdem südlich, mit gutem Blick auf die Stadt:

In La Puebla de Montalban machen wir eine kurze Mittagspause, dann geht es weiter, an weiten Landschaften und tollen Burgen vorbei.

Die Straßen werden enger und kurviger, und es geht nach oben. Wir sind zwar noch nicht im Nationalpark, aber es ist schon richtig tolle Natur. Von einem Aussichtspunkt hat man – wenn man nicht vom heftigen Wind weggepustet wird – eine Aussicht auf das Pusa-Tal.

Wir erreichen das Kork-Gebiet, immer wieder stehen geschälte Bäume neben der Straße. Oder auch kleinere oder größere schwarze Stellen – überall hat es diesen Sommer gebrannt. Sehr gruselig!

Wir suchen langsam nach einem Hotel – aber im weiten Umkreis ist nichts zu finden. Wir werden ein wenig nervös, da helfen auch die Eisvögel neben dem Auto nicht.

Nach zwei erfolglosen Versuchen in „casa rurales“ – Landhotels – finden wir doch noch ein Hotel, das gerade noch zwei Zimmer frei hat. Es is langes Wochenende und Maria Raketenflug, oder wie die Sektierer das auch nennen. Hier im westlichen La Mancha wird das groß gefeiert, und wohl in jedem Ort anders.

Wir sind in Anchuras, das wir nach 10 km über eine kaum zwei Meter breite Piste erreicht haben – Freude am Fahren!

Wir setzen uns in eine Bar an der Hauptstraße und bringen die Wirte ins Schwitzen, weil wir Abendessen wollen. Unsere Bestellung passt dem Wirt wohl nicht, er will seine Burger loswerden. Und so bringt er uns statt Käseteller, Salat und einen Burger lieber den Salat und drei Burger. Wir schaffen nicht alles, aber dafür wird viel Bier, Wein und Vermút vernichtet.

Dazu gibt es eine Live-Vorstellung – der Festumzug geht mit fetziger Musik direkt an uns vorbei.

Der Wirt ist schon weg, bevor wir mit Essen fertig sind, seine Frau kommt danach auch bald und bittet uns beim Opa weiter zu bestellen, sie geht jetzt auch Party machen! Da wollen wir nicht stören, außerdem sind wir schon gut angetütert, und ziehen uns zurück und lassen das Dorf feiern.

Trotz langem Rechnungszettel zahlen wir nur 42 € für unser Abendessen – mit 4 Hauptspeisen und happig Alkohol. Es lebe das flache Land!

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Thema von Anders Norén