Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Calpe und Benidorm

Der Wetterbericht ist scheußlich, aber so schlimm ist es gar nicht. Ja, ab und zu ziehen sehr dunkle Wolken durch, und es regnet auch ab und zu ganz schön. Dazwischen schiebt die anhaltend starke Brise aber die Wolken auch zur Seite, und dann ist es ganz schön.

Unser Hotel ist nett, wir genießen das Buffet und spazieren am Meer entlang. Einmal halten wir sogar die Füße in den Pool, aber bis weiter als zum Knie schaffen wir nicht – zu kalt.

In der ehemaligen Saline vor dem Hotel sammeln sich die Vögel, nicht nur Möwen, sondern auch Flamingos! Mir war nicht bewusst, dass es in Europa Flamingos gibt, eine schöne Überraschung!

Geht man auf die andere Seite des markanten Felsens, kann man in der Ferne schon Benidorm sehen. Nach zwei Nächten in Calpe wollen wir wieder los und packen die Koffer wieder ins Auto

Benidorm

345 Hochhäuser auf 69.000 Einwohner – mehr Hochhäuser pro Einwohner gibt es nicht mal in New York oder Hong Kong. Vor 70 Jahren wurde die erste Straße asphaltiert, 30 Jahre später war das kleine Fischerdorf die Top-Location für englische Touristen, das Äquivalent zum "Ballermann". Inzwischen geht es zivilisierter zu, aber es ist nach wie vor für Masse gebaut.

Während es selbst in bester Lage in der ersten Reihe noch ein paar ganz hübsche kleine Häuser gibt, überwiegen die nicht immer formschönen Bettenbunker. Hinkucker ist das "In tempo", das M-förmige Doppelhochhaus. Die Architektur wirkt sehr sowjetisch, und tatsächlich ist der Bauherr eine Firma mit Namen "Olga Urbana". Die Geschichte dieses größten Wohngebäudes Europas ist ein Krimi, über 15 Jahre Bauzeit, Pleiten, Bad Bank, das volle Programm. Seit letztem Jahr ist es endlich fertig, aber je nach Quelle immer noch fast oder ganz unbewohnt.

Lustig auch, wie Beobachter Kunst wahrnehmen: Geplant wurde das Hochhaus zur Hochphase des islamischen Terrorismus, und so lesen findige Assoziationsprofis aus der Form des Gebäudes eine 11 und ein M – ein Hinweis auf 11M, den 11. März 2004, als um den Madrider Bahnhof Atocha in mehreren Zügen Bomben explodierten und fast 200 Menschen töteten.

Wir bleiben nicht besonders lange, Gabi hüpft mal ins Meer, ich lasse mich solange am Strand sandstrahlen und muss anschließend jede Menge Sand aus meiner Kamera rausputzen.

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