Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Elche und Murcia

Heute ist der 24. September – weltweiter Klimastreiktag. Die alten weißen Männer entgegnen, dass Klimaschutz zu teuer ist, und dass sie sich von den Jungen nicht die SUVs verbieten lassen wollen. Wir stehen am Morgen am Strand von Santa Pola und fragen uns, wie lange es diese Stadt noch geben wird.

Klar, so ein Beach-Haus ist cool, so eine Aussicht beim Aufstehen hat was:

Aber wenn der Meeresspiegel nur 20, 30 cm ansteigt, dann hat man beim Aufstehen nasse Füße. Bei einem Anstieg von 2 Metern braucht man zum Schlafen bereits einen Schnorchel.

Klar interessiert das die heute 60, 70 Jahre alten Männer in Berlin nicht, auch Hamburg wird bei 2 m höherem Wasserspiegel nicht versinken. Aber an der Küste wird sich vieles drastisch ändern, nicht nur auf den Seychellen, oder in Bangladesh oder sonstwo, wo es keinen wirklich interessiert. Sondern auch in Europa, hier an der Küste wird viel zerstört werden, und Sylt sollte man sich vielleicht nochmal ankucken die Tage, solange es das noch gibt.

In Santa Pola würde ich jedenfalls nicht in Immobilien investieren.

Am Leuchtturm der Stadt hat man eine gute Aussicht, hier ist auch eine Aussichtsbrücke montiert. Es ist herrlich ruhig hier, und der Wind sorgt dafür, dass es sehr angenehm ist.

Elche

Nach dem floralen Overkill von gestern fahren wir zum nächsten Garten, dem Huerto del Cura in Elche. Die 200.000-Einwohner Stadt zwischen Alicante und Murcia ist ein großer Palmengarten – es gibt mehrere "Huertas" (Gärten), ein Palmenmuseum, und der Stadtpark heißt "El Palmerar". Der Huerto del Cura kostet zapfige 6 Euro Eintritt, das ist sicherlich am oberen Limit. Es lohnt sich dennoch, wenn man botanische Gärten mag.

Das Highlight des Gartens ist eine Palme mit 7 Seitenauslegern, 180 Jahre alt, und bereits Kaiserin Sissi war von ihr begeistert. Da die Seitentriebe nicht unwesentlich schwer sind, muss der komplette Baum schon seit über 100 Jahren gestützt werden. Zugegebenermaßen sieht man sowas nicht alle Tage, beeindruckend!

Aber es gibt noch mehr zu sehen, viele weitere Palmen, Kakteen, Euphorbien, Pfaue, Schildkröten, …

Die Euphorbien hier sind bestimmt acht Meter hoch, wenn nicht mehr.

Nach der Gartenrunde laufen wir durch die Stadt und runter zum Fluss. Der Vinalopó ist aber ein kleines Rinnsal, in einen Kanal gepresst – nur der L.A. River ist hässlicher.

Jetzt verlassen wir die Comunidad Valenciana und erreichen die Region und die Stadt…

Murcia

Eigentlich wollten wir uns hier dem Klimastreik anschließen, aber FFF Muria scheint seit 2019 verschollen zu sein. Komisch, die Region ist – das sehen wir am Abend – selbst höchst betroffen vom Klimawandel. Nur 40km von der Stadt entfernt liegt der hiesige Tourismus-Hotspot "Mar Menor". Vor 4 Wochen europaweit in der Presse wegen eines großen Fischsterbens, verursacht durch zu viel Dünger in der Landwirtschaft außenrum, liegt hier auch ein 25 km langer, teilweise nur 100m breiter Streifen Land zwischen Mittelmeer und der Lagune Mar Menor. Bei einem Meter Meeresspiegel-Anstieg ist das alles weg, und damit auch die Steuereinnahmen aus dem Tourismus.

Aber bevor wir dorthin fahren, laufen wir noch ein wenig durch Murcia – eine schöne Stadt, aber abgesehen von der obligatorischen Kirche ziemlich ohne Highlights.

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