Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Der Schlauch am kleinen Meer

Es wird immer schwüler, wir brauchen Abkühlung! Zwar hat es "nur" etwas unter 30 Grad, aber nach wie vor bei Luftfeuchtigkeit auf Anschlag. Bettdecken sind nur noch zum Kuscheln da, zudecken ist selbst am frühen Morgen unnötig.

Wir mieten uns zwei Nächte in einem schnuckeligen Aparthotel mit kleiner Küchenzeile ein. Und mit Pool. Und mit Strand Stränden. Vorne raus sind es 100 m zum Mittelmeer, hinten raus 50 m zum Mar Menor.

Wir sind auf der Landzunge "La Manga del Mar Menor", die 22 km lang sehr schmal wie ein Schlauch (span: Manga) die beiden Meere voneinander trennt. Einige wenige Stellen sind erhöht, wie der 45 m (!) hohe Monteblanco, aber ansonsten ist das nur eine Handvoll Meter über dem Meeresspiegel.

Der komplette Verkehr geht über eine einzige, lange Straße. Ich will nicht wissen, wie es hier zur Hochsaison zugeht – aber die ist vorbei, und es ist so richtig entspannt, man kann den Strand genießen.

An dieser Straße erkennt man auch: Bushaltestellen müssen nicht langweilig sein!

Mit den Palmen, Bougainvilleas und den Kakteen könnten wir auf einer Südseeinsel sein, und Abends in der Strandbar ist auch sehr Bacardi Feeling: Nur wenige Meter von den Wellen entfernt bei guter Musik Cocktails genießen – ich darf hier nicht zu lange bleiben, sonst schreibe ich Bücher über alte Männer und das Meer!

Die beiden Meere sind sehr deutlich unterschiedlich, das Mar Menor ist flach, salzig, warm. Schon wenige Meter, und der Boden ist bewachsen, und auch nach längerem Schwimmen (ok, Hundepaddeln) wird es nicht tiefer – man kann den Boden ohne zu tauchen mit den Fingern berühren. Aufgrund des schmeckbar hohen Salzgehaltes floaten man auch ganz einfach. Es ist nicht so salzig wie im toten Meer, aber merklich dichter als auf der anderen Seite.

Wellen gibt es praktisch nicht, dafür kann das Wasser im Sommer weit über 30 Grad warm werden (Badewanne!).

Auf der anderen Seite ist es kälter, aber spannender. Ich bin ja kein Meerfreund, das Salz, der Sand überall, in der Regel finde ich Seen zum Schwimmen / Planschen schöner. Aber ich gebe zu, wenn man bis zu den Schultern im Wasser steht, und dann das Wasser bis unter die Hüfte verschwindet; eine Wasserwand auf Dich zukommt und direkt vor Dir zu brechen beginnt, dann ist das schon lustig!

Zurück im Pool merkt man, wie dicht das Meerwasser im Mar Menor wirklich ist: Hier ist "toter Mann" wieder Konzentrationssache, die Füße tauchen nicht mehr von selbst über die Wasseroberfläche.

Am Abend kann man am Plaza Leute kucken, hier ist ein bisschen Gewusel, oder man geht zu einer der vielen Strandbars und starrt auf die Wellen.

Ich glaube, bevor wir Richtung Süden weiterfahren, könnte ich noch eine weitere Nacht auf diesem wunderschönen Schlauch Land verbringen, vielleicht noch ein Stück weiter oben. Solange es das noch gibt, wie gesagt, ich würde hier nicht in Immobilien investieren.

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