Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Geburtstagsfeier

„Du darfst so viele Kinder einladen, wie Du alt wirst“ – Das sagte meine Mutter, als ich klein war. Das blöde Virus würde sich freuen, darum feiern wir ja den Geburtstag meiner Frau nur zu viert auf der warmen Insel, wo man Aerosol-gefährliche Innenräume nur zum Schlafen braucht.

Manche Leute benötigen gar keine Innenräume, ein Hohlraum im Fels und ein bisschen Plane für den Schatten genügen. Südlich des Flughafens gibt es an den Klippen einen natürlichen Pool, auf dem Weg dorthin hausen etwa ein Dutzend Aussteiger.

Der Pool ist wirklich lustig, er wird einmal von überschwappenden Wellen gefüttert, unterirdisch muss es aber auch eine Verbindung geben. Bei jeder Welle hebt und senkt sich der Wasserspiegel über einen halben Meter, erstaunlicherweise ohne große Strömung.

Das ist an einem kleineren Neben-Pool anders, hier schießt das Wasser mit Gewalt rein und raus. Später springt eine furchtlose junge Frau rein, glücklicherweise erkennt sie schnell, dass das eine dumme Idee war und kommt (mit Mühe) wieder raus, bevor sie zum Ausfluss gesaugt wird. Grob überschlagen mehrere tausend Liter – also eine Handvoll Badewannen – werden hier alle 15 Sekunden rein gespült und strömen wieder raus – kein Spaß, wenn man hier unfreiwillig der Stöpsel auf dem Ausfluss wird.

Neben Menschen gibt es hier auch anderes Getier, kleine Fischis und in einem kleinen Pool jede Menge Seeigel. Und jede Menge Krebse, schwarze und wunderschöne rote:

Schatten gibt es allerdings keinen, und so fliehen wir bald wieder. Wir wollen ja nicht die Farbe der Krebse annehmen!

Gleich nebenan liegt El Medano, der angesagte Surfer-Spot auf der Insel. Vor dem Montaña Roja sausen die Wind, Wing- und Kitesurfer herum.

Auf der anderen Seite rast ein einsamer Wingsurfer vor dem Hintergrund einer im Hafen liegenden Bohrinsel herum.

Im Video ist das leider ein wenig wackelig:

Richtung Berge sieht man einen Berg, der aussieht wie angeknabbert:

Tatsächlich ist das so, auf der Landkarte sehe ich, dass hier ein Bach am Hügel nagt und ihn langsam von der Seite ab-erodiert. Natur ist toll!

Am Abend feiern wir in einem Restaurant mit einem Balkon an der Felsküste, mit Blick auf den Sonnenuntergang. Unter uns ist ein Felsen, an dem sich die Wellen lautstark brechen. Ein Sturm zieht auf, sagt der Kellner, die Wellen kommen schon vorab. Nebenan ist ein (wegen Covid geschlossenes) Hotel mit einem Naturpool. Der Pool war eigentlich leer, über den Abend schwappt so oft die Brandung herein, dass er bald randvoll ist.

Morgen geht es wieder nach Hause, dann noch einige Wochen Durststrecke bis der Sommer auch in Madrid angekommen ist.

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Thema von Anders Norén