Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Valencia mit Sonne

Wir wechseln dann doch in die Stadt, noch so eine Nacht würde ich nicht überstehen. Da wir gestern Abend so problemlos einen Parkplatz bekommen haben, scheint das ja kein Problem zu sein. Das NH direkt neben den Museen hat eine Tiefgarage für 22€ – das ist mir zu teuer, ich stelle mich lieber auf die Straße. Eine halbe Stunde Stadtviertel-Erkundung später stehe ich dann doch in der Tiefgarage…

Wir wollen natürlich erstmal erneut zu den Museen, und dann durch den Park in die Altstadt. Auf Maps sieht das aus wie direkt nebenan, aber schlussendlich waren es dann doch über 10 km bis wir wieder im Hotel sind. Und weil dazwischen Shops sind, ist es auf dem Rückweg wie ein Bundeswehr-Gepäckmarsch.

Die Museen sehen auch tagsüber noch toll aus, aber natürlich nicht so spektakulär wie Nachts. Leider kann man heute keine Architektur-Tour buchen, aber die Beste aller Frauen will eh in die Stadt.

Es geht vorbei an schrägen Statuen durch den langen Stadtpark, immer ein paar Meter tiefer als die Stadt außenrum, und somit herrlich entspannt und ruhig. Was mir gestern schon aufgefallen ist, bestätigt sich heute: Das ist eine Stadt für den Individualverkehr. Und zwar den Guten: Patinetes (E-Scooter) und Fahrräder überall, und es gibt richtig viele Radwege! Leider sind die Scooter alle privat, zum Leihen gibt es die hier nicht. Sonst wäre ich gerne mal den kompletten Park durchgerollert, zu Fuß ist das etwas zu weit.

Nach der Fahrrad-Diapora in Madrid ist das sehr erfrischend. Valencia ist seit Jahren von linken Parteien regiert – richtig wählen verändert Dinge im eigenen Leben zum Besseren!

Für die Altstadt verlassen wir den Park, von entspannt und ruhig ist jetzt keine Spur mehr. Wuselig geht es durch enge Gassen vorbei an schönen Häusern.

Was neben dem vielen Schönen auch auffällt ist die Corona-Armut. Die Stadt lebt viel mehr als Madrid vom Tourismus, und zwei Jahre wenig bis keine Gäste fallen auf. Als wir uns eine halbe Stunde in einer Eisdiele hinsetzen kommen 6 (!) Bettler vorbei. Covid muss weg, bitte lasst Euch alle impfen, damit das aufhört!

Zurück beim Hotel kommen wir natürlich wieder beim Palau vorbei, und da erkenne ich erst, wie genial das ist: Über das Gebäude hängt ein langer Fächer. Und zwar ohne aufzuliegen.

Vor dem Eingang kommt eine Säule aus dem Boden, die dann 70 Meter hoch und 230 Meter weit frei über dem Museum schwebt. Die Hebelkräfte müssen enorm sein, das ist wahre Baukunst. Der Physiker in mir hält es für unmöglich, dass das funktionieren kann. Aber offensichtlich wusste das Santiago Calatrava nicht und ließ es einfach bauen. Ein Genie!

Zum Abschluss der obligatorische Vogel, heute eine Flugratte vor unserem Hotelfenster.

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