Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

800 km sprinten nach Frankreich

Immer diese Hetze! Ich kucke auf den Kalender und auf die verbleibende Entfernung, und es ist offensichtlich: Bei dem Tempo kommen wir nicht rechtzeitig in Deutschland an. Also müssen wir heute ein bisschen Strecke machen. Wir passieren Zaragosa, und nach etwa 300 km kehren wir auf die Ostseite der Welt zurück: Bei Peñalba ist über die Autobahn ein Bogen gespannt, der die Position des Nullmeridians anzeigt.

Anschließend passieren wir Lleida, und dann geht es über die Carretera nacionál über die Ausläufer der Ost-Pyrenäen. Von hier sieht man die beeindruckenden Zinnen des Montserrat-Massivs.

War das Fahren bisher entspannt und angenehm, ändert sich das an der französischen Grenze schlagartig: 500 Meter nach dem Grenzschild beginnt der Stau, auf 15 km geht es im Stop-And-Go weiter.

Was sehr auffällt: Spanien hat die letzten Jahrzehnte massiv in das (staatlich betriebene) Mobilfunk- und Schienennetz investiert. Folge: Verlässt man Spanien, ist plötzlich alles voller Laster und Lücken im Handynetz.

Wir fahren von Mautstelle zu Mautstelle, bis mein Bewegungsdrang ausbricht. In Narbonne verlassen wir die Autobahn und laufen eine Runde durch die Altstadt. Die Kathedrale ist recht beeindruckend, und die Leute machen einen sehr ausgelassenen Eindruck.

Bei Montpellier habe ich keine Lust mehr auf chaotische Autofahrer und hohe Mautpreise, wir verlassen bei untergehender Sonne die Autobahn und fahren die letzten 50 Kilometer bis zu unserem Hotel bei Nîmes über kleine Regionalstraßen.

Nach dem Abendessen benötige ich dringend noch Auslauf, aber vor dem Hotel ist nur Landstraße. Und so renne ich noch 10 Runden um das Hotel, um meinen Kreislauf nach dem durchgesessenen Tag wenigstens ein Mal aufzupumpen.

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