Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Bardenas Reales

Von Bilbao aus fahren wir erst mal über die Hügel, die das Meer vom Inland trennen. Während die Hügel noch nordeuropäisch grün und saftig sind, wird es direkt dahinter schon wieder gelb, und je weiter wir fahren, desto weniger gewässert ist die Landschaft. Der Großteil der Wolken entlädt sich einfach an den ersten Hügeln, und dahinter kommt nur wenig Regen an.

In Vitoria-Gasteiz machen wir Mittag, zufällig finden wir tatsächlich so etwas wie einen Biergarten. Es wirkt sehr bayrisch, die Bedienungen am Tresen sind gehetzt und irgendwo zwischen kurz angebunden und unfreundlich. Aber die Atmosphäre ist toll, und das Essen gut.

Nach knapp 200 km Fahrt erreichen wir endlich das Visitor Center der Wüste „Bardenas Reales“. Es ist schon fast sechs Uhr, und zu unserem Missfallen erfahren wir, dass man die Wüste bis 20 Uhr verlassen haben muss. Nix mit Sonnenuntergang kucken und Wanderung durch ausgetrocknete Flusstäler. Nachdem wir den Hügel passieren und einen Überblick haben, ist auch klar warum: Das ist nicht nur Naturschutzgebiet, sondern auch Militär-Spielplatz. Und Jagdreservat. Wie die drei Dinge zusammenpassen sollen, erkenne ich nicht.

Wir entscheiden uns, nicht den großen „Loop“ zu fahren, sondern lieber ein wenig spazieren zu gehen. Nachdem wir ein Stück die Abkürzungsstraße entlang gefahren sind, finden wir den perfekten Spot.

Ein Hügel, ein wenig ab von der Straße, mit lustigen Steinformationen davor, tut es uns an:

Ein Weg führt über eine Treppe nach oben, doch an mehreren Stellen ist die Treppe unterspült und weggekippt. Ein wenig abenteuerlich, weil man nicht weiß, was noch stabil ist, und welches Stück als Nächstes nachgibt.

Von oben ist die Aussicht hervorragend, man überblickt einen Großteil des Gebiets. Früher war da hier alles ein Meer, und mit dem Druck, den Afrika auf die iberische Halbinsel ausgeübt hat, hat sich das hier angehoben und im Norden die Pyrenäen aufgefaltet. Somit ist der Boden eigentlich versteinerter Meeresboden-Schlamm.

Auf dem Abstiegs-Zeitraffer sieht man die kaputte Treppe gut.

Wir haben gerade noch Zeit für das Wahrzeichen des Parks, dann müssen wir schon raus.

Wir übernachten in Borja in einem sehr schrägen Hotel, und essen bei einem Italiener, bei dem es Ziegenkäse-Salat mit Nusseis obendrauf gibt. Schräge Kombination irgendwie.

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