Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Calatrava

Nach 200 km durchgehenden Olivenfeldern verlassen wir Andalusien und erreichen Castilla La Mancha – erkennbar an den bunten Farben des Bodens.

Unser letztes Ziel ist "Calatrava la Nueva and Sacro Convento" – und somit schließt sich ein Kreis. Eines unserer ersten Ziele war Valencia, und der Architekt der phänomenalen Wissenschafts- und Kunststadt dort ist Santiago Calatrava.

Im 12. Jhdt mitten in der Reconquista tobte der Krieg zwischen den christlichen Barbaren und den Mauren, und die Templer sahen sich außer Stande, die vor kurzem erst eroberte Stadt Calatrava zu halten. Also gab der König dem Abt Raimundo Geld für den Aufbau einer neuen christlichen Söldnertruppe.

Nachdem die Stadt gehalten wurde bildeten die Ritter einen Orden, verloren später kurzfristig zwar die Stadt, aber weiteten ihren Einfluss weiter aus – unter Anderem übernahmen sie den Besitz der Templer als diese sich in Spanien auflösten. Über 600 Jahre waren die Calatrava in der Region tonangebend, ein großer Teil des Landes gehörte dem Orden. Erst im 19. Jhdt. unter Napoleon wurden sie enteignet und ihre Macht eingeschränkt.

Die Burg, die wir heute besichtigen liegt 50 km südlich von Calatrava und sicherte das Gebiet gegen die Mauren. Auf der Spitze eine Vulkanberges scheint mir die Burg ziemlich uneinnehmbar. Heute zahlt man 4 Euro, und darf sich spiralförmig bis zum Turm nach oben bewegen. Durch eine dunkle Halle betritt man den unteren Teil der Burg.

Sowohl die Aussicht als auch die Architektur der Burg ist beeindruckend.

Nach einer Umrundung steht man vor der riesigen Front der Burgkirche.

Als eine Gruppe Adler über uns hinweg zieht, merke ich, dass wir unser wieder der Heimat nähern. Die habe ich im Süden echt vermisst!

Die Burg ist aus vulkanischem Gestein gebaut, wenn die Sonne auf die Steine scheint, glitzern die wie billiger Modeschmuck. Das macht die Burg nochmal ein Stück besonderer.

Was mich aber am Meisten beeindruckt ist, dass hier sogar die Katzen spanisch lesen können: Sie bleibt brav vor dem Schild stehen!

Wir essen im nahegelegenen Ort Aldea del Rey zu Mittag. Eigentlich nur ein normales Dorf, aber allein auf der Straße zum Ortskern sehen wir schon zwei Discos. Und die Straßen um das Rathaus sind toll geschmückt!

Wir erweitern unseren Wortschatz heute nochmal nachhaltig: Den Unterschied zwischen Oveja (Schaf) und Oreja (Ohr) merken wir uns, als der scheinbar bestellte Hammelbraten labbrige Schweineohren in Fettbrühe sind. Wir probieren beide, und beschließen es stehen zu lassen.

Am Abend fahren wir an Toledo vorbei und sind kurz darauf wieder zu Hause.

So ein schöner Urlaub, ich kann noch gar nicht glauben, dass es schon zu Ende sein soll! Ich könnte noch wochenlang weiter fahren und neue Dinge entdecken! Aber nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, oder wie mein Handy beim Einschalten sagt: "Der nächste Urlaub kommt bestimmt!"

Nachtrag: Manchmal ist in Spanien nach Hause kommen wie in München. Am Tag danach regnet es stundenlang. Man fühlt sich so richtig willkommen…nicht!

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