Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Falcon 9 Start

Nachdem es jetzt drei Tage mehr oder weniger durchgeregnet hat, war ich sehr nervös ob der Start heute stattfindet. Als ich um sieben Uhr Abends ankomme, ist der Himmel immer noch bewölkt. Aber tatsächlich klart es um neun Uhr schlagartig auf, und es ist sternenklarer Himmel.

Freundlicherweise erlaubt die Air Force, dass man auf ihr Gelände darf, und somit habe ich perfekte Sicht über den Banana River auf das Gelände. 16 km über das Wasser ist das Launchpad 40 von mir entfernt. SpaceX transportiert mit der Falcon 9-Rakete heute zwei Satelliten für Eutelsat und Asia Broadcast in den Orbit.

Es sind etwa 50 Leute hier, und es sind sogar Tribünen aufgebaut. Die Stimmung ist wie an Silvester, ständig fragt irgendwer wie spät es ist, und pünktlich auf die Sekunde wird es im Norden schlagartig hell. Innerhalb weniger Sekunden ist der Falke schon weit oben, und als nach 2:30 Minuten die erste Stufe ausbrennt ist es nur noch ein Lichtpunkt, wie ein heller Stern der verlöscht. Die Menge hält den Atem an, und fünf Sekunden später erscheint der Stern wieder und verschwindet dann sehr schnell im Nichts. Beim Abtrennen der ersten Stufe war er schließlich schon knapp 100km entfernt.

Dann ist das Spektakel schon wieder vorbei, und um 11 Uhr, zehn Minuten nach dem Start bin ich bereits der Letzte, der zurück zum Auto geht.

Der Start war lange total geräuschlos – als der Knall von der Zündung von Norden bei uns ankommt, schauen alle bereits nach Osten und die Rakete ist zu diesem Zeitpunkt schon durch die Schallmauer durch.

Das war ein Erlebnis allererster Klasse, und jetzt war das ja nur ein kleines Raketchen (68m, 500t) – wie spannend war wohl erst ein Start eines Space Shuttle (56m, 2000t) oder gar einer Saturn V (110m, 3000t)? Wie damals bei der Sonnenfinsternis 1999 wünsche ich mir das Erlebnis irgendwie in meinem Hirn speichern zu können, denn die Wahrscheinlichkeit das noch mal zu erleben ist gering.

Glücklicherweise hatte ich die GoPro auch dabei und hatte sie auf Nacht-Daueraufnahme gestellt. Mit der Olympus habe ich fast nur überbelichtete, verschwommene Bilder. Es ist so schwül dass die Linse, als es endlich los ging, total beschlagen war, und dass die Rakete so hell ist, hätte ich nicht gedacht.

Die GoPro hatte eine Kunststoff-Schutzlinse drauf die nicht beschlagen war. Hier der Film den ich aus den Bildern berechnet habe (ich empfehle Fullscreenmodus):

Und nochmal, nur der relevante Ausschnitt, mit weniger Zeitraffer:

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