Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Gibraltar

Von Cádiz aus geht es Richtung Süden, die Landstraße am Meer entlang. Wir sind uns nicht sicher: Strand oder Pub? Spätestens als die Strasse zum von einer ortskundigen Arbeitskollegin empfohlenen Strand in Bolonia gesperrt ist, ist klar: Ich darf heute noch ein Strongbow trinken!

Auf dem Weg von Atlantik zum Mittelmeer sitzen wir von einem Moment zum Nächsten plötzlich in dichtem Nebel – klar, wir nähern uns ja dem United Kingdom!

Hoch oben über dem Meer befindet sich direkt nach der Nebelwand ein Mirador mit dem ersten Blick auf Afrika und die Schiffe, die durch das Nadelöhr fahren.

Nur ein paar Kilometer weiter erblickt man den „Rock“.

Aufgrund der hoffentlich niedrigen Touristenzahlen wollen wir es mit dem Auto probieren, und stehen prompt über eine Stunde in der Schlange vor der Grenze. Dafür ist diesmal die Parkplatzsuche absolut problemlos und die Seilbahn ohne Schlange benutzbar. Oben angekommen werden wir direkt von den Berber-Affen begrüßt.

Was soll ich sagen: Du magst cool sein, aber niemals so cool, wie der Affe, der einfach hinter einem unvorsichtigem Touristen in den Shop läuft, ganz ruhig zum Regal läuft, sich zwei Tüten Chips nimmt und ganz langsam wieder raus schlendert.

Neuer Werbespruch von Walker’s: „Ready salted – preferred by Apes and Men.“

Die schlanke Dame wollte auch was abhaben, aber der mopsige Kumpel des Chips-Essers verpasst ihr einen ordentlichen Klaps, als sie zum Betteln kommt. Traurig und betröppelt sitzt sie anschließend da und kuckt dem erfolgreichem Dieb beim Verspeisen seiner Beute zu.

Aber neben den Affen gibt es natürlich auf weite Aussicht zu genießen.

Der Blick nach Afrika lässt nur einen Gedanken zu: Warum macht eine unsichtbare Linie die Menschen diesseits und jenseits so unterschiedlich?

Die Stadt hinter den Schiffen ist Ceuta, spanische Enklave in Afrika. Von Marokko durch einen streng gesicherten hohen Zaun gesichert, damit keine echten Afrikaner rein kommen. Festung Europa, juhu…

Aber hier oben auf dem Felsen ist Attraktion Nummer Eins trotzdem unser fotogener Verwandter.

Das ist wahre Liebe – sie ist erschöpft vom Stillen, und er beschützt seine Frau und ihr Baby, und schickt Blicke an alle vorbei Gehenden: „Weck meine Frau, und Du kriegst es mit mir zu tun!“

Wieder unten im Ort bekomme ich endlich mein Strongbow, und Gabi muss anschließen weiter fahren.

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