Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Graduation Ceremony in Roanoke

Im dichten Regen sehen wir von der größten Marinebasis der USA in Norfolk genau gar nichts, aber dafür haben wir die ganze Nacht Kampfjets über uns düsen gehört. Ob das mit dem Release von Top Gun zu tun hat, oder ob die immer direkt über den Touristenort Virginia Beach donnern weiß ich nicht, aber es war ziemlich nervig.

Wir nehmen die direkte Strecke nach Roanoke über den Highway statt den Bogen über die Interstate, und es ist weiterhin wenig spannend. Immerhin geht es in Wellen durch den Wald, aber außer Bäumen und der gewohnten Aneinanderreihung von Hardee's, Bojangles, Walgreens und Dollar General sehen wir dennoch nichts.

Wir sind jetzt noch mal ein paar Tage in Roanoke, meinen Stiefsohn bei seinem Highschool-Abschluss begleiten. Bis zum Beginn ist es unklar, ob die Zeremonie wie geplant auf der Wiese stattfinden kann, oder ob wir in eine Halle flüchten müssen. Am Abend vorher war noch mal offizielle Unwetterwarnung – der Fernseher im Hotel springt an und warnt vor schwere Gewitter. Aber das wissen wir schon, ich bin von 10 Meter von Auto zum Hotel pitschnass.

Das liegt alles an der Statue in dem Park am Roanoke River (der auch schon mal weniger Wasser geführt hat).

Die Bilder von der Graduation sind privat, dafür gibts ein paar Symbolbilder von den vielen schick gekleideten Menschen:

Am Ende war dann doch alles gut (wie eigentlich fast immer). Die Wolken verzogen sich kaum, dass die Veranstaltung begann, und am Ende hatte die ein oder andere Person sogar ein bisschen zu viel Sonne abbekommen.

Es scheint, als wäre jetzt endlich Schluss mit Regen, und die restlichen Tage werden sonnig. Auch die Partys am Abend waren nicht nur schön warm, sondern es war wirklich schön, die Menschen, die Marc in den letzten zwei Jahren mit aufgenommen und sich um ihn gekümmert haben, kennenzulernen. Tolle Menschen hat er hier kennengelernt, wir sind sehr dankbar und hoffen, dass wir in der Zukunft ein wenig zurückgeben können.

Wir sind wahnsinnig stolz, wenn jetzt meine Stieftochter in ein paar Tagen ihr Abi bekommt, dann beginnt ein neues Kapitel.

Unfunny sidenote

Wir machen auch ein paar Ausflüge in die Umgebung, und bei einem Ort ein wenig südlich entdecken wir eine sehr gruselige Freakshow. In Boones Mill ist eine Republikaner-Hochburg. Es gibt einen Straßenverkauf mit Gott, Waffen, Anti-Abtreibung und viel Pride (Nicht Gay Pride, sondern die abstoßende Herrenmenschen-Variante). Und daneben einen Laden, der den Ort gleich in Trump Town umbenennt.

Wir kucken kurz rein, es gibt alles zu kaufen, was das Niveau auf Genitalniveau unterbietet. In der Sprache von Fünftklässlern wird in Pipikaka-Sprache alles was nicht weiß, heterosexuell, veränderungsunfähig und männlich ist als Hure, Arschloch oder Schlimmeres beschimpft, Todesdrohungen inklusive. Ich will die Widerlichkeiten nicht noch verbreiten, darum hier nur dieses Bild:

Ich habe Angst vor der nächsten US-Wahl.

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