Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Abends im Retiro

Nach einem Ruhetag auf dem Balkon wollen wir Abends doch noch mal raus, und treffen us mit Freunden im Retiro. Es ist immer noch Kirschblüte – und überhaupt Blüte. Doch nicht nur die Pflanzen, auch die Menschen sind Blicke wert. Eine Gruppe Harry-Potter-Emos läuft vor uns her – sehr cool!

Wir müssen in eine andere Terraza ausweichen, weil in der geplanten Bar alles rammelvoll ist. Nach Sonnenuntergang leert sich urplötzlich alles, und unsere Freunde wollen auch keine zweite Runde. Ich behaupte überzeugt, dass es nicht regnen wird, die App zeigt keinen Regen an!

Hastig verabschieden sich die Jungs, wir bleiben noch um Fotos zu schießen, u.a. von leeren Terrazas und hastig nach Hause laufenden Parkbesuchern. Wieso diese Hektik?

2 Minuten später blitzt es, dann grummelt es, dann fallen dicke Tropfen vom Himmel. Wir retten uns unter einen großen Baum und genießen das Spektakel.

Schon kurz drauf ist es vorbei, und wir gehen weiter. Urplötzlich geht es erneut los, und 20m rennen unter das Vordach einer Bar reichen aus um klatschnass zu sein. Innerhalb einer Minute fließen Bäche über die Wege!

In einer weiteren Pause retten wir uns Richtung Prado, der breite Weg mit Fluchtpunkt zum Museumsprachtbau ist menschenleer – fast. Ein vollkommen betrunkener Chilene videophoniert liebestrunken mit seiner Freundin in Santiago de Chile, die mit Sonnenbrille unter blauem Himmel spazieren geht. Wir werden begeistert in das Gespräch einbezogen und schicken auch Grüße um die halbe Welt.

Als es wieder anfängt rennen wir durch die inzwischen recht tiefen Pfützen zur Straße und beschließen dort nicht die Bahn nach Hause zu nehmen, sondern ein Taxi. Bestellen kann ich es jedoch erst als wir unter einem Vordach Zuflucht finden, die Regentropfen tippen wahllos auf meinem Handy rum. Zu Hause angekommen ist die Unterwäsche das einzig Trockene an uns. „Ach was, das regnet nicht, kuck, die App sagt 0% Regenwahrscheinlichkeit!“

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