Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

New Braunfels

Hier aus der Gegend kommt also die Urban Legend her, dass die USA beinahe mal Deutsch als Landessprache gewählt hätte. Bei der Fahrt von San Antonio hierher war jede zweite Interstate-Ausfahrt deutschstämmig (Hildebrandt Road, Dietrich Road, Eisenhauer Road, Weidner, Wurzbach, Toepperwein, …). Und die Deutschen haben sich nur die schönsten Stellen ausgesucht: Der Comal River entspringt hier, macht einen Bogen um einen Park und mündet dann gleich im (inzwischen ein wenig breiteren) Guadalupe River.

Letzterer ist 15 km vor der Stadt zu einem sehr schönen Stausee, dem Canyon Lake aufgestaut.

Von dort kann man die River Road in die Stadt nehmen.

Oder direkt den River: Der Freizeitspaß ist hier „tubing“: Mit aufgepusteten Autoschläuchen sich den Fluss runter treiben zu lassen, an schönen Wiesen vorbei und dann ins enge Tal mit steilen Felswänden. Die komplette River Road runter ist gesäumt von Campingplätzen, Tube-Verleih mit Shuttleservice (man muss ja auch wieder zurück), Fressbuden. 

Wie geil ist das denn?

 Ich krieg hier gleich Schnappatmung, das wäre voll mein Ding, nur dummerweise friere ich bei 3 Grad und scharfem Wind auf meinem Rad – nix mit Tubing für mich.

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Wem die Natur zu viel ist, der kann sich durch den Ort und das kostenlose Strandbad weiter treiben lassen, inklusive recht verletzungsträchtig aussehender Rutschen an den Wehren vorbei. Wem das selbst das immer noch zu viel Natur ist, der geht in die „Schlitterbahn“ – ein Wasserrutschenparadies mitten im Ort.

Der Ort nutzt seine deutsche Vergangenheit geschickt als Marketinginstrument, es gibt jede Menge deutschtümelnder Läden, jährlich ein Wurstfest, etc. In der Bäckerei hoffe ich dann wenigstens hier mal vernünftiges Brot zu kriegen, doch die wissen nicht, wovon ich rede. Ihre labbrigen bappsüßen „rolls“ wären aber auch ganz lecker. Im „freezing house“ einen Block weiter gäbe es aber „german stuff“.

Das Friesenhaus ist ein Restaurant, und die Bratwurst mit Sauerkraut ist tatsächlich echt lecker. Aber es sind halt Ostfriesen, somit traue ich mich nicht an die Weisswurst, und nachdem ich die Brezn für $2,75 das Stück probiert habe glaube ich, das war auch besser so. Bayrisches Essen sollte man halt einfach in Bayern essen.

In dem historischen Stadtteil „Gruene“ könnte ich jetzt noch exklusiv und voll ökologisch shoppen gehen, aber das lasse ich lieber aus.

Ich setze diesen Ort definitiv auf meine Bucket List: Hier muss ich im Sommer noch mal herkommen! Am besten bevor ich so alt bin wie Jack Nicholson!

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