Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Back in the US of A

Graduation! Damit endet nächste Woche die High School-Zeit meines Stiefsohnes in Roanoke, VA. Das dürfen wir nicht verpassen und hüpfen über den großen Teich. Beinahe hätte ich daheim bleiben müssen, 2 Wochen hat mich das Drecks-Covid außer Gefecht gesetzt. Erst 2 Tage vor dem Abflug bin ich endlich wieder negativ – Just in time!

Am Abflugtag ist es großflächig über dem Atlantik wolkig, als wir in Sydney (Sydney, Kanada!) Neufundland erreichen, sieht man kurz nach unten. Aber kurz darauf ist es wieder weiß in weiß, erst im Landeanflug auf Dulles sieht man abermals Landschaft. Von Washington, DC sehe ich aber nichts – falsche Seite.

Bis ich die Immigration passiert habe, das Auto abgeholt, die aus München kommenden eingeladen habe, und wir dann noch SIM-Karten gekauft haben, ist es spanische Zeit bereits weit nach Mitternacht. Jetzt noch 400 km Autofahrt nach Roanoke – als wir im Motel ankommen bin ich durch.

Das Motel ist gruselig, alle anderen Gäste sind Drogensüchtige und/oder Prostituierte. Rot unterlaufene Augen, zitternd und vollkommen abgemagert, bettelnd oder Dienste anbietend – man fühlt sich in bester Gesellschaft! Die Zimmer sind absolut heruntergekommen, in einem Zimmer tropft es von der Decke. Home of the brave! – »brave« muss man sein, wenn man hier übernachtet.

Am nächsten Tag besuchen wir erst einmal das Wahrzeichen der Stadt, den "Roanoke Star" auf dem Mill Mountain mit Blick über die Stadt.

Es ist schon am Morgen schön warm, und die Luftfeuchtigkeit ist auf Anschlag. Nach 2 Jahren Leben in der Halbwüste ist das ganz schön anstrengend, am Mittag bei 30 Grad bin ich dankbar um die Klimaanlage.

Hier oben am Mill Mountain gibt es einen bunten Flower Garden, und putzige Chipmunks.

Nach dem Wiedersehen mit Marc und seiner zauberhaften Freundin fahren wir jetzt ein paar Tage Richtung Süden, um danach zur Graduation-Party wieder nach Roanoke zu kommen.

Down South

2015 war ich hier ja bereits, und damals schon begeistert vom Blue Ridge Parkway. Der Teil direkt bei Roanoke ist gerade gesperrt, aber ein paar Kilometer südlich kann man auf die Spaßstraße fahren. Leider sind diesem Teil wenig Wanderrouten, aber ein paar wunderschöne Aussichtspunkte.

Es ist weiterhin schön warm, es ziehen gelegentlich Schauer durch, und somit ist es Regenwald-Wetter. Wenn die Sonne durch die Wolken bricht, dann dampfen die Wälder und der Asphalt:

Rechts und links der Straße, aber auch in der Luft über der Straße sieht man jede Menge Tiere, Adler oder Geier, Rehe, Kühe, Pferde, aber auch ziemlich laute Frösche und Truthähne und Fasane.

Nach 70km fahren wir ab, und nehmen schnellere Straßen Richtung Süden. Wir haben eine Deadline am Donnerstag, und nach Florida ist es weit!

Das bedeutet Interstate, und das ist zwar schneller als Highway oder gar Parkway, aber schrecklich langweilig. Vor allem hier an der Westküste – es geht hunderte Kilometer ziemlich ereignis- und aussichtslos über eine Betonplatten-Schneise durch dichten Wald. Das wusste ich aber auch berits von meiner letzten Reise hier.

Wir fahren nach North Carolina, stehen im Berufsverkehr rund um Charlotte, fahren durch die Stadt ohne etwas Spektakuläres zu entdecken, und es geht weiter durch den Wald.

Zwischen Columbia und Augusta irgendwo im Niemandsland in South Carolina machen wir Schluss für heute. Knappe 600 km noch, bis wir die Badeklamotten auspacken können – das sollte morgen zu schaffen sein.

Und nebenbei habe ich mich noch pieksen lassen – im Walmart kann man sich kostenlos einen Covid-Shot holen. Nachdem meine letzte Impfung im Dezember wohl schon nicht mehr so wirksam war, empfände ich es als ganz nett, wenn meine nächste Infektion nicht wieder 2 Wochen Fieber bedeutet.

Jetzt habe ich J&J, Moderna und Pfizer in mir – volle Impfkraft voraus!

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