Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Córdoba

Am Abend erreichen wir die am Río Guadalquivir gelegene Stadt Córdoba und haben zuerst einmal Schwierigkeiten überhaupt zum Hotel zu kommen. Das liegt in der Innenstadt und außenrum ist Fußgängerzone. Nach einigem Rumgekurve erkenne ich, dass auf dem Verbotsschild steht, dass Hotelgäste einfahren dürfen. Mangels ausreichender Spanischkenntnisse bin ich aber nicht 100% sicher, und somit fahren wir mit sehr komischem Gefühl durch enge Gassen und zwischen den Tischen der Bars im Slalom.

Im Hotel tippt der Mann hinter der Rezeption aber sogleich mein Kennzeichen in die Webseite der Stadtverwaltung – das sollte hoffentlich dafür sorgen, dass ich keinen Strafzettel bekomme. Parken dürfen wir allerdings nicht, also wieder raus und auf der anderen Flussseite geparkt. Hier verdienen sich Menschen ihr Auskommen damit, dass sie Dir für entsprechendes Bakschisch versprechen auf Dein Auto „besonders gut“ aufzupassen. Ich bin allerdings kein Sizilianer und nach mehreren „Pardón, no hablo español“ und Schulterzucken trollt sich der Gauner. Unser Auto übersteht die mafiösen Strukturen glücklicherweise unbeschadet.

Über den Fluss an der Kathedrale vorbei kommen wir zurück in die engen und ziemlich leeren Gassen der Innenstadt. Wir sind noch früh, und vor spanischer Abendessenzeit, somit sitzen wir am Hauptplatz fast alleine beim Essen. Als es sich langsam füllt, fliehen wir ins sichere Hotel.

Auf dem Weg zurück zum Hotel – ohne Worte:

Am Morgen besuchen wir nicht Kathedrale oder sonstige Indoor-Sehenswürdigkeiten, sondern beschränken uns auf die „Gärten der christlichen Könige“ – die das Land von den schrecklichen Mauren befreit haben. Diese Mauren hatten Schlimmes über die iberische Halbinsel gebracht: Allgemeine Schulpflicht, Kanalisation und sanitäre Anlagen, ausgeklügelte Bewässerungssysteme, die man u.a. in diesen Gärten bestaunen kann. Kunst und Kultur sowie ketzerische Wissenschaft – das konnten die europäischen Herrscher nicht dulden! Das ist unchristlich, das Volk muss leiden und demütig sein. Ich fühle mich den Rest des Urlaubs bei jedem Blick auf die maurische Vergangenheit wie bei Monty Python: „Was, frage ich euch, haben die Römer je für uns getan?

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