Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Und zack ist es Herbst

Mein Vater hat Geburtstag, und deswegen feiern wir mit einem kurzen Urlaub zusammen. Unser erstes Ziel ist Trujillo mit einem Schlenker über Guadalupe. Hier waren wir im Sommer bereits, bei leicht anderem Wetter. Die Deutschen haben ihr Wetter mitgebracht, und es ist ziemlich grau. Vor der Stadt liegt die Sierra de Guadalupe, hier geht die Straße in engen Kurven rüber. Oben am Pass sieht man hervorragend, wie das Gestein gefaltet wurde.

Ich kucke durch die Kamera, und denke erst, ich hätte die Farben auf besonders lebhaft gestellt. Trotz fehlender Sonne ist hier alles in extrem kräftigen Farben bemalt.

Unten im Gebüsch fressen ein paar Gämsen die Eicheln von den Bäumen, aber bleiben gut versteckt zwischen den Ästen.

Kurz danach machen wir ebenfalls Mittag in Guadalupe und hoffen, dass der Typ auf der Leiter nicht zum Engel wird.

Weiter geht es nach Trujillo, das Hotel ist in der Altstadt, und erst im dritten Anlauf finden wir eine Straße, die breit genug für das Schlachtschiff meines Vaters ist.

Das Alcazaba oben auf dem Berg war im Sommer wesentlich einladender, und die Wolken und der heftige Wind lassen nichts Gutes ahnen. Aber dafür bilden die Wolken eine dramatische Kulisse, und der Sturm lustige Frisuren.

Nachdem wir jetzt ganz oben waren, geht es zum Abendessen herab zum Plaza Major am Fuß des Hügels. Dort steht einer der ganz großen Schlächter Südamerikas, der hier geborene Francisco Pizarro. Mit nur 200 Mann und seinen Kanonen und frühen Gewehren metzelt er sich durch das heutige Peru und übernimmt die Macht im Inka-Reich.

Im Schein der wenigen Straßenlampen steigen wir wieder zum Hotel hinauf, der Ort wird wunderbar friedlich.

Mit dem Frieden ist es in der Nacht vorbei, mit heftigem Wind öffnen sich alle Himmelspforten, und am Morgen ist der Sandhaufen, auf dem die Katzen abends noch gemütlich gechillt haben, deutlich dezimiert.

Behaglich, wie beim letzten Mal, auf der Terrasse zu frühstücken fällt leider aus.

Nach dem Essen ist der Regen vorerst vorbei, und frohen Mutes fahren wir nach Cáceres weiter. Auch hier bleibt es trocken, und so kommen wir in den Genuss der schnuckeligen Altstadt mit den vielen engen Gassen. Das Wahrzeichen mit dem Stadtnamen hat sich seit unserem letzten Besuch verdoppelt und hat nun (gewollt oder auch nicht) fast die Farben der ukrainischen Flagge.

Das nächste Ziel, Merída, betrachten wir dann nur noch aus dem Auto: Es gießt aus Kübeln, nicht nur fast ganz Spanien, sondern große Teile Europas werden die nächsten Tage mit der ganz großen Gießkanne begossen.

Und so wird auf beim zweiten Anlauf nichts aus der Besichtigung Merídas, und es bleibt auf meiner Bucket List. Wir schwimmen Richtung Süden nach Sevilla, wo der Regen wenigstens wärmer fällt. Die Sehenswürdigkeit, die wir dann in Angriff nehmen, ist regengeschützt und heißt „Corte Inglés“.

Der Wetterbericht für Madrid ist traurig, von 25 bis 28 Grad der letzten Tage fällt die Temperatur schlagartig auf deutlich unter 20 Grad. Das war es dann mit dem Sommer 2022, jetzt heißt es ohne Covid durch den Winter kommen.

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