Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Big Pine Key

Gestern war das Wetter scheußlich: Windig, wolkig, kalt, immer wieder Regen. Wenigstens klart es am Nachmittag mal eine Stunde auf, der Pool ist wärmer als die Luft.

In der Nacht ist der Wind so stark, dass ich vom wackelnden Auto wach werde, aber am Vormittag klart es dann endlich auf. Sofort wird aufgesattelt und ich fahre rüber nach Big Pine Key, drei Inseln weiter.

Auch hier war früher schon mal eine andere Brücke, einspurig und ohne Geländer, also vermutlich Eisenbahn. Seit der Außerbetriebnahme wird die Brücke von Hausbesetzern bewohnt: Pelikane, Ibisse und Enten wohnen hier ohne Mietvertrag!

Auf dem Big Pine Key ist der Boden sehr steinig und bildet eine wasserdichte Schicht aus, sodass der Regen sich hier im einzigen Süßwassersee der Keys, dem Blue Hole sammeln kann. Dort soll man neben Schildkröten und Gators auch Iguanas sehen können, ich habe bei den Echsen aber kein Glück.

Dafür sehe ich am Ende des Key Deer Blvd (der anderen Hauptstrasse auf der Insel neben dem Highway) eben jene: Putzige kleine Lilliput-Rehe, nur 60cm hoch und ohne jede Scheu. Eine schon ziemlich zerrupfte Mutter mit Kind und kurz darauf der etwas größere Papa. Die Rehe sind exzellente Schwimmer und schwärmen im regenreichen Sommer auf alle Inseln aus, im Winter sammeln sie sich hier und auf den Inseln um Big Pine.

Zum Mittagessen geht es eine Insel weiter auf den Little Torch Key, bei Kiki’s Strandbar noch bisschen futtern und die Aussicht über das Meer genießen.

Auf dem Rückweg geht es nochmal in den Bahia Honda Park, kucken ob auf der Golf-Seite wirklich mehr zu sehen ist im Wasser. Aber auch hier ist das Wasser trüb und außer Seegras sieht man nichts. Ein anderer Schwimmer klärt mich auf: Wegen der Kältewelle ist auch das Wasser deutlich kälter als normal und die Fische ziehen sich in tieferes Wasser zurück das nicht so sehr abkühlt. Er ist Schneepflugfahrer oben in Vermont und schimpft dass er wohl am besten mit seinem Pflug hierher gekommen wäre, so eine widerliche Kälte hätte er hier noch nicht erlebt in den 12 Jahren in denen er schon herkommt. Das mit dem Pflug finde ich jetzt übertrieben, immerhin hatte es heute 24 Grad. Das fühlt sich bei dem kalten Wind zwar nicht ganz so warm an wie es klingt, und ist tatsächlich nicht das was man in der Karibik erwartet. Aber verglichen mit dem deutschen Wetter kann ich nicht schimpfen.

Morgen fahre ich dann mal zum Riff raus, hoffentlich haben sie die Fische dort nicht auch verzogen!

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