Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Der Tag an dem wir beinahe die Alhambra besucht hätten

Die Aussicht aus unserem Hotel ist fantastisch – wir blicken über Felder und Bäume auf die Berge der Sierra Nevada.

Während wir uns noch genüsslich strecken und die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, fahren oben – mehr als 2000 Höhenmeter über uns – die Skifahrer schon die Pisten runter. Als ich gestern vorgeschlagen hatte, wir könnten das doch auch machen, habe ich nur hochgezogene Augenlider in Gesichtern gesehen, die mich wortlos fragten: „Echt jetzt?“

Ok, also auf zur Alhambra. Vor dem Ticket Office ist komischerweise gar keine Schlange. Beim Näherkommen entdecken wir den Grund: „Tickets sold out for today“. Ich frage nach, und erfahre ab Mitternacht gäbe es auf der Webseite wieder Karten für morgen. „But, book at midnight, in the morning there will be no tickets left!“

Das finde ich einerseits gut – sich in einer Masse wie ein Wurm durch eine Sehenswürdigkeit schieben ist nicht wirklich erbauend. Andererseits: Verdammt! Ich wollte das sehen!

So wandern wir durch einen Graben zwischen zwei Burgteilen runter zum Rio Darro, und diesen entlang zum Stadtzentrum.

Sonnenbrillenauslage eines Strassenhändlers

Hier ist nicht nur tolle Architektur zu sehen, auch hier wird wie in Sevilla demonstriert. Diesmal ist es eine Radfahrer-Demo – für was können wir nicht sehen. Außerdem ist Freitag, und auch wenn es nur ein paar Wenige sind, auch in Granada gibt es Fridays for future.

Granada profitiert noch heute vom maurischen Einfluss – und auch vor der Reconquista lebte es sich hier mit der fortschrittlichen arabischen Kultur und Technik besser als mit der von der katholischen Kirche klein gehaltenen europäischen Unkultur. Es gab hier Schulen und Krankenhäuser für alle Einwohner, und wie schon im alten Rom eine Kanalisation – etwas, was die Barbaren im Frankenreich nicht kannten.

Bei Betrachten der alten Gebäude glaubt man sich im Iran – wunderschöne fremdartige Formen. Doppelt schade, dass wir die maurische Burg Alhambra nicht von innen sehen können!

Neben schönen Häusern bietet Granada auch eine tolle Aussicht. Immer wieder blitzt zwischen den Häusern einer der schneebedeckten Gipfel durch – der Höchste ist über 3300m hoch! Dazu viele bunte Blüten an Bäumen, Büschen und Blumen. Und gelbe und orangene Früchte an dem Zitronen- und Orangenbäumen. Bei der von keiner noch so kleinen Wolke getrübten Sonnenstrahlung ist das Panorama über die Stadt weit und schön. Granada liegt in einer weiten Ebene, auf allen Seiten von Hügeln umgeben, und sich im Osten an die riesigen Berge der Sierra Nevada schmiegend.

Nach einer schweißtreibenden Fahrt auf dem Weg zu einem weiteren Aussichtspunkt durch sehr enge Straßen in der Altstadt – inklusive eingeklappten Spiegel und Rangieren um enge Kurven – fahren wir weiter. So langsam muss es wieder Richtung Madrid gehen, übermorgen ganz früh geht unser Flieger zurück.

JaéN

Die kleine Stadt wird von einem Burgberg bewacht und ist von Horizont bis Horizont von Olivenhainen umgeben. Andalusien scheint zu großen Teilen aus Plantagen zu bestehen – irgendwo muss das ganze Olivenöl ja herkommen.

Die Stadt selbst besichtigen wir nur von oben – vor der Burg liegt ein Aussichtspunkt. Dort muss natürlich ein Kreuz stehen – nicht dass die bösen Allah-Jünger zurück kommen!

Noch 350km bis zum Flughafen, da ist ein Schlenker nach Toledo morgen schon noch drin.

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