Unterwegs

Immer auf der Suche nach dem noch nicht Gesehenem

Balmorhea

In den dreißiger Jahren, in der großen Depression, war die USA gemessen an heutigen Maßstäben direkt sozialistisch. Der New Deal sollte die Massenarbeitslosigkeit bekämpfen und es wurden Beschäftigungs- und Förderprogramme ins Leben gerufen. Der CCC (Civilian Conservation Corps) hat hier in Balmorhea aus einer Quelle mitten in der Wüste, die ursprünglich eine kleine Sumpflandschaft bewässerte, einen State Park mit Pool errichtet.

In den Siebzigern wurde dann teilweise renaturiert und ein Teil des Wassers (1000 Liter pro Sekunde immerhin) wird nun in einen See geleitet aus dem sich die Landwirtschaft bedient. Inzwischen sind hier wieder jeden Menge Fische, Vögel und anderes Viehzeug heimisch.

Der Pool ist cool – zwar nicht so pompös wie im Hearst Castle, aber sehr dekorativ, und vor allem warm: Das Wasser kommt mit ca. 22 Grad aus dem Boden und füllt das bis zu 8 Meter tiefe Becken bevor es in den Bach in Richtung See abfließt.

Steigt man ins Wasser umgeben einen sofort dutzende Fischchen – und beginnen zu knabbern. Cool, Putzerfische. Auf Kreta hätte das 10€ pro Viertelstunde gekostet, hier kriegt man es gratis dazu!

Außerdem schwimmen jede Menge Entenarten im Pool, und unter Wasser erschnorchle ich dann neben fast unterarmlangen Welsen auch Schildkröten. Zwar kaum größer als die Welse, aber immerhin.

Nach meinem Morgenbad geht es in den Ort. 279 Einwohner, nach 6 Kirchen hab ich das Zählen aufgehört. Der See ist nicht besonders gepflegt, aber die Pelikane scheint das nicht zu stören, und ich erwische tatsächlich etwas was ich als Weisskopfadler klassifizieren würde. Zurück im Ort laufen plötzlich Vieher über die Straße, die auf den ersten Blick wie Dinos aus Jurassic Park aussehen, es sind aber nur Truthähne deren Federn vorne an der Brust komisch runterhängen und wie Arme aussehen. 🙂

Leider gibt es außer dem Highway in beide Richtungen keine beradelbare Strasse, und nach 10km Highway ohne irgendetwas Interessantes außer noch einer Kirche kehre ich wieder um um noch ein bisschen zu baden.

Dabei treffe ich Joel, einen Trucker der hier Rast macht, und wir trinken am Abend noch ein bisschen was. Joel spricht sogar ein bisschen Deutsch, und es wird eine sehr interessante Unterhaltung bis spät in die Nacht. Hi Joel, hope to see you again some day!

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